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Fachliche News

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Senkung der Umsatzsteuersätze vom 01.07. bis zum 31.12.2020

Mittwoch, 17 Juni 2020 16:53

Die Bundesregierung hat am 3. Juni 2020 ein Konjunkturpaket verabschiedet. Dieses Paket enthält auch die befristete Absenkung des Umsatzsteuersatzes:

  1. Regelsteuersatz:
    - Für alle bis zum 30.6.2020 ausgeführten Umsätze gilt der Regelsteuersatz von 19 %
    - Für alle in der Zeit vom 1.7.2020 bis 31.12.2020 ausgeführten Leistungen gilt ein Regelsteuersatz von 16 % (§ 28 Abs. 1 UStG)
    - Ab dem 1.1.2021 soll dann wieder der (alte) Regelsteuersatz von 19 % gelten.
  2. Ermäßigter Steuersatz:
    - Für alle bis zum 30.6.2020 ausgeführten Umsätze gilt in den in § 12 Abs. 2 UStG aufgeführten Sonderfällen der ermäßigte Steuersatz von 7 %
    - Für alle in der Zeit vom 1.7.2020 bis 31.12.2020 ausgeführten Leistungen gilt ein ermäßigter Steuersatz von 5 % (§ 28 Abs. 2 UStG)
    - Ab dem 1.1.2021 soll dann wieder der (alte) ermäßigte Steuersatz von 7 % gelten.

Umsatzsteuer auf Ausgangsumsätze (Leistungen, die Sie an Ihre Patienten erbringen):
Wenn Sie umsatzsteuerpflichtige Leistungen erbringen und kein umsatzsteuerlicher Kleinunternehmer (Steuerpflichtige Umsätze des Vorjahrs unter 22.000 €) sind, müssen Sie für Leistungen, die Sie zwischen dem 01.07.2020 und dem 31.12.2020 erbringen, den zutreffenden Umsatzsteuersatz berechnen und ausweisen.

Anwendung des richtigen Steuersatzes:
Maßgeblich für die Höhe des Steuersatzes ist der Zeitpunkt der Leistung. Auf den Zeitpunkt der Rechnungsstellung und der Bezahlung kommt es nicht an. Das bedeutet Folgendes:

- Wenn Sie z. B. ein umsatzsteuerpflichtiges Gutachten am 25.06.2020 beginnen und am 03.07.2020 fertigstellen, beträgt der Umsatzsteuersatz 16 %, da die Leistung erst mit Fertigstellung am 03.07.2020 erbracht wurde.
- Bei der Lieferung von Zahnersatz gilt der Tag der Weitergabe an den Patienten als Tag der Leistung. Erfolgt diese am 01.07.2020, sind 5 % anstatt 7 % Umsatzsteuer auszuweisen.

Für folgende Umsätze verringert sich der Umsatzsteuersatz - befristet - von 19 % auf 16 %:
- Leistungen, die keine Heilbehandlung sind
- Verkauf von Hygiene- und Pflegeartikeln, Kontaktlinsen, etc.
- umsatzsteuerpflichtige Gutachten und arbeitsmedizinische Leistungen

Für diese Umsätze verringert sich der Umsatzsteuersatz - befristet - von 7 % auf 5 %:
- Herstellung oder Wiederherstellung von Zahnersatz im Praxislabor
- Verkauf von bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln und Ähnlichem

Wichtig: Vergessen Sie bitte nicht ihre Praxissoftware anpassen zu lassen.

Achtung: Bitte beachten Sie auch, dass die Senkung der Umsatzsteuersätze auch ggfs. für Ihre sonstigen umsatzsteuerpflichtige Leistungen gilt. Insbesondere:
- Umsatzsteuerpflichtige Vermietung von Räumen
- Umsatzsteuerpflichtige Lieferung von Strom an ein Versorgungsunternehmen, den Sie mit Ihrer Photovoltaikanlage erzeugen.

Dauerschuldverhältnisse (Mietverträge, etc.):
Soweit eine Rechnungsstellung nach einem festen Turnus, z. B. monatsweise vereinbart ist, entsteht die Steuer mit Ablauf dieses Zeitraums. Dies ist u.a. bei im Voraus zu zahlenden Mieten zu beachten. Bei Mieten für den Monat Juli 2020, die bereits Ende Juni z.B. per Dauerauftrag überwiesen werden, ist bereits der verringerte Umsatzsteuersatz von 16 % anzuwenden, da die (Vermietungs-)Leistung erst im Juli erbracht wird, wenn die Änderung des Umsatzsteuersatzes bereits in Kraft getreten ist.

Unrichtig ausgewiesene Umsatzsteuer:
Wird in einer Rechnung für Leistungen, die ab dem 01.07.2020 und bis 31.12.2020 erbracht werden, der alte Steuersatz zugrunde gelegt, müssen Sie den überhöhten Umsatzsteuerteil an das Finanzamt abführen. Abhilfe kann in diesen Fällen eine Rechnungskorrektur schaffen. Auf der Vorsteuerseite kann vom Empfänger – ungeachtet des höheren Steuerausweises – nur die Umsatzsteuer in Höhe von 16% bzw. 5% gegenüber dem Finanzamt geltend gemacht werden.

Umsatzsteuer auf Eingangsumsätze (Leistungen, die Sie von anderen Unternehmen beziehen):
Der Großteil Ihrer Eingangsrechnungen steht regelmäßig mit Ihren umsatzsteuerfreien ärztlichen Leistungen in Zusammenhang. Dann dürfen Sie die Ihnen in Rechnung gestellte Umsatzsteuer nicht als Vorsteuer geltend machen. Die gezahlte Umsatzsteuer stellt eine abzugsfähige Betriebsausgaben dar.

Für Eingangsrechnungen, die mit umsatzsteuerpflichtigen Umsätzen (z.B. Labor) in Zusammenhang stehen, können Sie die Vorsteuer vollständig abziehen. Im Zeitraum vom 01.07. bis 31.12.2020 können allerdings nur 16 % bzw. 5 % als Vorsteuer geltend gemacht werden.

Investitionen: Bei Lieferungen und Leistungen, die Sie in der Zeit vom 01.07.2020 bis 31.12.2020 beziehen, sparen Sie 3 %- bzw. 2 %-Punkte Umsatzsteuer. Es kann sich daher lohnen, in diesem Zeitraum teurere Geräte, Einrichtungsgegenstände oder Verbrauchsmaterial für die Praxis zu kaufen, die mit Ihren umsatzsteuerfreien Umsätzen im Zusammenhang stehen, soweit das für Sie wirtschaftlich sinnvoll ist. Kaufen Sie beispielsweise als Zahnarzt eine Behandlungseinheit für netto 60.000 €, sparen Sie 1.800 € durch die verminderte Umsatzsteuer (16 % statt 19 %). Voraussetzung für die Ersparnis ist, dass die Unternehmen die Umsatzsteuersenkung direkt an ihre Kunden weitergeben.

Standort Würzburg - Beethovenstr. 1a, 97080 Würzburg

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