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Fachliche News

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Praxisabzocke am Telefon

Dienstag, 07 Juli 2020 13:38

Betrüger machen auch vor Arzt- und Zahnarztpraxen nicht Halt. Das musste auch Herr Dr. Muster erfahren, als er nur wenige Monate nach seiner Niederlassung eine Rechnung über 1.400,00 € netto für die Eintragung in ein Gewerberegister im Internet erhielt. Die Rechnung macht einen amtlich – seriösen Eindruck. Herr Dr. Muster wurde nur deshalb stutzig, weil er sich nicht daran erinnern konnte, einen entsprechenden Eintrag in Auftrag gegeben zu haben.

Nach einigen Nachfragen im Team stellte sich heraus, dass eine Mitarbeiterin einige Wochen zuvor einen Telefonanruf des angeblichen Gewerberegister-Anbieters angenommen hatte. Der Anrufer erweckte am Telefon den Eindruck, dass ohnehin schon eine Geschäftsbeziehung zur Praxis bestehe. Er bat lediglich um Bestätigung der erfragten Praxisdaten wie beispielsweise Adresse und Telefonnummer. In der Hektik des Praxisalltags bestätigte die Mitarbeiterin die abgefragten Daten und vergaß das Telefonat auch gleich wieder. Sie ahnte nicht, dass sie durch die trickreiche Gesprächsführung des Anrufers in eine Vertragsfalle gelockt worden war.

So oder ähnlich gehen Abzockfirmen in einer Vielzahl von Fällen vor. Sie suggerieren, dass es sich um einen Eintrag bei einem seriösen Telefon- oder Adressbuchverlag oder gar einem behördlich notwendigen Eintrag in einem Gewerberegister handele. Alternativ zur Telefon-Masche werden oft auch Faxe versandt mit der Bitte, die enthaltenen Firmendaten zu prüfen, ggf. zu korrigieren und ein entsprechendes Bestätigungsfax an den Absender zu schicken. Dabei übersehen die Geschädigten, dass sie mit ihrer Unterschrift auf dem Rückfax in Wirklichkeit einen kostenpflichtigen Vertrag bestätigen. Dabei suchen sich die Abzockfirmen häufig gezielt Praxisgründer für ihre Machenschaften aus.

Wird die zugestellte Rechnung nicht bezahlt, erhalten die Betroffenen regelmäßig Mahnschreiben mit der Drohung die Forderung an ein Inkassounternehmen abzugeben oder gerichtlich durchzusetzen.

Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, sollte jeder Praxisinhaber sein Team im Umgang mit solchen „Cold Calls“ schulen. Regel Nummer 1 lautet in diesem Fall: Nachfragen! Jede Mitarbeiterin sollte sich Name und Unternehmen vom Anrufer genau nennen lassen und notieren.

Beim leisesten Zweifel gilt: Ihre Mitarbeiterinnen dürfen keine Zusagen oder Bestätigungen per Telefon oder Fax ohne Absprache mit dem Praxisinhaber abgeben. Stattdessen sollen sie den Anrufer um nähere Informationen bitten und sich eine Telefonnummer geben lassen, unter der später ein Rückruf erfolgen kann. Für seriöse Anrufer wird es kein Problem sein, dieser Bitte nachzukommen.

Sollte die Falle trotz aller Vorsicht zugeschnappt sein, gilt es Ruhe zu bewahren. Keinesfalls sollten Betroffene die verlangten Beträge bezahlen. Die hinter solchen Abzockmaschen stehenden Firmen haben ihren Sitz häufig im Ausland und eine Rückforderung dürfte keine Erfolgsaussichten haben.

Stattdessen sollten Praxisinhaber rechtlichen Rat in Anspruch nehmen, um sich gegen die behaupteten Forderungen zu wehren. Das sollte zügig geschehen, da häufig – beispielsweise bei einer Anfechtung des zugrundeliegenden Rechtsgeschäftes – Fristen eingehalten werden müssen.

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