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Fachliche News

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Mit der richtigen Vorbereitung zur erfolgreichen Praxisabgabe

Dienstag, 01 Dezember 2020 09:45

Die Abgabe der eigenen Praxis sollte gut durchdacht sein. Für Praxisinhaber lohnt es sich, früh mit der Nachfolgeplanung zu beginnen. Ein Zeithorizont von 5 – 10 Jahren ist durchaus sinnvoll, um den Schritt in den wohlverdienten (Un-)Ruhestand optimal zu gestalten.

Definieren Sie Ihre Ziele!

Bevor Sie in die konkreten Planungen einsteigen, sollten Sie innehalten und sich darüber Gedanken machen, wie Sie sich den Schritt in den Ruhestand wünschen. Während manch einer bis zur Praxisabgabe mit 67 mit voller Kraft weiterarbeiten möchte, kann sich ein anderer vielleicht vorstellen, in den letzten Jahren der Berufstätigkeit schon mit dem potenziellen Nachfolger zusammen zu arbeiten und die Arbeitsbelastung in dieser Zeit nach und nach zu reduzieren. Gleichzeitig sollten Sie sich darüber klarwerden, wie es um Ihre finanzielle Absicherung für den Ruhestand bestellt ist und ob Sie eventuell noch Schulden zu tilgen haben. Die Vor- und Nachteile der für Sie in Frage kommenden Abgabeszenarien sollten Sie frühzeitig mit Ihrem Steuerberater besprechen und sich sowohl hinsichtlich Ihrer Versorgungsansprüche als auch in sonstiger finanzieller Hinsicht beraten lassen. Auf diese Weise können Sie sich sowohl der Frage nähern, was Ihren persönlichen Wünschen am nächsten kommt und welche Modelle realistisch und für Sie vorteilhaft umsetzbar sind.

Starten Sie noch mal durch!

Die Aussicht auf den nahenden Ruhestand verleitet so manchen Praxisinhaber dazu, sich in den beruflichen Sinkflug zu begeben. Frei nach dem Motto „Es lohnt sich ja eh nicht mehr“ werden dann notwendige Investitionen zurückgestellt und das tägliche Arbeitspensum nur noch routinemäßig abgearbeitet. Doch dieser Gedanke ist grundfalsch. Für eine erfolgreiche Verwertung Ihrer Praxis und auch für die persönliche Zufriedenheit mit den letzten Berufsjahren lohnt es sich gerade jetzt, noch einmal mit neuem Schwung an die Arbeit heranzugehen. Eine moderne, gut laufende Praxis ist für niederlassungswillige junge Kollegen ein begehrenswertes Kaufobjekt, das einen entsprechenden Kaufpreis rechtfertigt.

Es empfiehlt sich daher die Praxiseinrichtung auf einem modernen und gepflegten Stand zu halten und – falls noch nicht geschehen – in die Digitalisierung der Praxis zu investieren.

In Zeiten des Fachkräftemangels ist außerdem ein gut eingespieltes Team ein echtes Verkaufsargument auf dem Praxismarkt. Es ist daher auch jetzt noch sinnvoll Mitarbeiter durch Fortbildungen zu fördern und Ihr Team fit für die Zukunft zu machen. Auf diese Weise sorgen Sie für Zufriedenheit bei Ihren Mitarbeitern und verhindern unerwünschte Abwanderungen bei Ihrem Personal.

Gerade jetzt ist auch der Zeitpunkt, die eigene Außendarstellung zu hinterfragen und ggf. zu optimieren. Eine ansprechende, aussagekräftige Homepage gehört zur Visitenkarte jeder erfolgreichen Praxis. Bei dieser Gelegenheit lohnt es sich auch, über ein Praxislogo nachzudenken, das den Wiedererkennungswert der Praxis erhöht. Einheitliche Praxiskleidung für alle Mitarbeiter macht ebenfalls immer einen gepflegten Eindruck.

Prüfen Sie Ihre Verträge!

In Verhandlungen mit einem potenziellen Nachfolger werden Sie mit aktuellen, rechtsicheren und für Sie als Praxisinhaber vorteilhaften Verträgen punkten können. Schließlich wird er viele dieser Verträge bei der Praxisübergabe übernehmen.

Dabei können Sie beispielsweise bei den Arbeitsverträgen beginnen und die Verträge auf die aktuell im Arbeitsverhältnis geltenden Konditionen sowie die neueste Rechtsprechung im Arbeitsrecht hin aktualisieren.

Bei Gemeinschaftspraxisverträgen sollten Sie Ihr Augenmerk auf den Gesellschaftsvertrag legen, wenn Sie Ihren Gesellschaftsanteil veräußern möchten.

Der Praxismietvertrag führt oft ein Schattendasein, obwohl er einer der wichtigsten Verträge überhaupt ist, wenn Sie Ihre Praxisräume gemietet haben. Hier gilt es in einem ersten Schritt vor allem zu prüfen, ob eine Nachfolgeklausel vorhanden ist, die es Ihnen ermöglicht, Ihre Praxis ohne Zustimmung des Vermieters zu veräußern. Aber auch darüber hinaus gibt es in Mietverträgen neben der Mietzinsvereinbarung viele Regelungen, die von großer wirtschaftlicher Bedeutung sein können. Vom Sonderkündigungsrecht bei Berufsunfähigkeit oder Tod über eine Konkurrenzschutzklausel für die Praxis bis hin zu der Frage, wer die Kosten eines eventuellen Rückbaus trägt, gibt es hier vieles was Ihren Nachfolger interessieren wird. Es lohnt sich, gerade den Praxismietvertrag auf seine „Übergabetauglichkeit“ prüfen zu lassen und evtl. noch bestehende Verhandlungsmöglichkeiten mit dem Vermieter zum eigenen Vorteil zu nutzen.

Gehen Sie rechtzeitig auf Nachfolgersuche!

Junge (Zahn-)Ärztinnen und (Zahn-)Ärzte streben heute nicht mehr selbstverständlich in die Niederlassung. Nicht zuletzt der Wunsch nach einer guten Work-Life-Balance lässt für viele die dauerhafte Anstellung durchaus attraktiv erscheinen. Auch aus diesem Grunde hat sich der Markt in den letzten Jahren stark zugunsten der Käufer verändert und immer mehr Praxen müssen ohne Nachfolger schließen.

Um diesem Schicksal vorzubeugen, lohnt es sich, rechtzeitig auf die Suche nach einem geeigneten Nachfolger zu gehen. Zu diesem Zweck sollten Sie in den einschlägigen Print- und Onlinemedien Inserate schalten, die angebotenen Praxisbörsen Ihrer Standesvertretungen in Anspruch nehmen und auch im Kollegenkreis Augen und Ohren offen halten. Falls Sie einen geeigneten Wunschnachfolger schon einige Jahre vor dem gewünschten Abgabetermin kennenlernen, gibt es rechtliche Möglichkeiten, Ihnen die weitere Berufstätigkeit zu ermöglichen und den Käufer schon jetzt zu binden. In Betracht kommt hier vor allem die Gründung einer Übergangsgesellschaft, bei der Sie den Käufer zunächst als Juniorpartner mit einer nur geringen Vermögensbeteiligung als Gesellschafter aufnehmen. In der Folge arbeiten Sie einige Jahre zusammen und veräußern ihm bei Ihrem Ausstieg den Löwenanteil Ihrer Gesellschaftsanteile. Auch hierzu sollten Sie sich von spezialisierten Beratern begleiten lassen, um die Übergabe für Sie möglichst steueroptimiert zu gestalten.

Fazit

Gute Planung mit spezialisierten Beratern an Ihrer Seite fördert Ihre Chancen, einen Nachfolger zu finden und Ihre Praxis optimal zu verwerten. Gleichzeitig kann die aktive Gestaltung dazu beitragen, dass Ihnen die letzten Berufsjahre Freude und wirtschaftlichen Erfolg bringen. Viele weitere Denkanstöße zum Thema Praxisabgabe finden Sie übrigens in unserer Broschüre „Erfolgreich Abgeben“ die Sie gerne kostenfrei bei uns anfordern können.

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