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Fachliche News

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Option zur Körperschaftsteuer sinnvoll?

Samstag, 04 September 2021 13:38

Ab 01.01.2022 ist das sogenannte Körperschaftsteuermodernisierungsgesetz anwendbar. Mit diesem Gesetz soll Besteuerungsgleichheit zwischen Kapitalgesellschaften und bestimmten Personengesellschaften geschaffen werden. Ärzte und Zahnärzte, die in einer Partnerschaftsgesellschaft zusammengeschlossen sind, können künftig zur Körperschaftsteuer optieren und vom niedrigen Körperschaftsteuersatz von derzeit 15 % profitieren. Die Gewinne unterliegen dann aber der Gewerbesteuer. Wer bereits ab 2022 davon Gebrauch machen möchte, muss den Antrag auf Option hierfür bis zum 30.11.2021 gestellt haben. Für spätere Jahre kann dies später geschehen.

Doch Vorsicht, es lauern eine Reihe von Steuerfallen. Z. B. müssen grundsätzlich bei der Option die stillen Reserven aufgedeckt werde, d. h. die Differenzen zwischen den Verkehrswerten und den Buchwerten des Anlagevermögens.

Die Option hat nur steuerrechtliche Wirkung, zivilrechtlich bleibt die Partnerschaftsgesellschaft eine Personengesellschaft.
Werden Gewinne ausgeschüttet, sind diese bei den Gesellschaftern wie Dividenden zu behandeln. Sie unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 %. Angemessene Vergütungen an die Gesellschafter für deren Tätigkeiten werden als steuerpflichtiger Arbeitslohn behandelt. Für Minderheitsgesellschafter tritt zudem wohl Sozialversicherungspflicht ein.

Die Option kann zurückgenommen werden, wobei auch die steuerlichen Folgen dieser Rücknahme erheblich sein können.

Für freiberufliche Partnerschaften, also z. B. für Ärzte und Zahnärzte, bringt die Option zur Körperschaftsteuer zwar eine Verminderung der Besteuerung des Einkommens. Dieser Vorteil wird aber durch die sonst nicht anfallende Gewerbesteuer in der Regel überkompensiert.

Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang wieder einmal auf die Möglichkeiten der sogenannten Thesaurierungsbesteuerung für Personengesellschaften, bei der nicht ausgeschüttete Gewinne zunächst nur einem Steuersatz von 28,25 % unterliegen. In der Praxis spielt diese Möglichkeit jedoch kaum eine Rolle, da die Gewinne meist an die Gesellschafter ausgeschüttet werden.

Fazit:
Es ist davon auszugehen, dass die Möglichkeit zur Körperschaftsteuer zu optieren im Bereich der Ärzte und Zahnärzte keine Rolle spielen wird. Niemand sollte ohne Not die Gewerbesteuerpflicht für die Gewinne in Kauf nehmen ohne die Vorteile einer echten GmbH zu haben. Als solche sind zu nennen die komplette Haftungsbeschränkung sowie die Möglichkeit in dieser Rechtsform Medizinische Versorgungszentren (MVZ) betreiben zu können.

Sollten Sie dennoch an dieser neuen Möglichkeit interessiert sein, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung.

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