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Informationen zum Jahresende

Wichtige Informationen zum Jahresende

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Steuern sparen oder verlagern

 
Alljährlich stellt sich zum letzten Quartal die Frage, mit welchen Maßnahmen Sie aktiv Ihre Steuerbelastung mindern oder zumindest hinausschieben können. Wir haben Ihnen nachfolgend wieder die wichtigsten Maßnahmen in einem Katalog  zusammengestellt.

Erwarten Sie im kommenden Jahr ein schlechteres Praxisergebnis oder anderweitige steuerlich relevante  Einbußen,  ist  es möglich, dass Ihr Steuersatz 2017 niedriger liegt als 2016. Dann lohnt es sich im Einzelfall, Ausgaben in das laufende Jahr vorzuziehen oder/und Einnahmen in das Folgejahr zu verschieben. Sie nutzen so die unterschiedlichen Steuersätze jahresübergreifend optimal aus. Das Prinzip, Steuersatzunterschiede auszunutzen, funktioniert nicht nur jahres-, sondern auch generationenübergreifend, wenn Sie Einkünfte beispielsweise auf Ihre Kinder oder Enkel verlagern.

 

Echte Steuerersparnis- Maßnahmen:

  • Verlagerung von Einkunftsquellen auf nahe Angehörige, z. B. durch Schenkungen, durch die Bestellung eines Nießbrauchs an vermieteten Immobilien oder durch Anstellung in der Praxis.
  • Zahlungen von Beiträgen zur Basisaltersversorgung (Versorgungswerk, Rürup-Produkt und gesetzliche Rentenversicherung) von jährlich bis zu insgesamt 44.344 € bei Verheirateten (22.172 € bei Ledigen). Hierbei handelt es sich um die Obergrenze. Darüber hinaus geleistete Beiträge gehen steuerlich ins Leere.
  • Vorauszahlung von Beiträgen zur privaten Krankenversicherung noch in 2016 bereits für die Jahre 2017 und 2018. Dadurch können Sie erreichen, dass sich in 2017 und 2018 andere Versicherungen steuerlich auswirken, die sonst ins Leere laufen (z. B. Berufsunfähigkeits-, Risikolebensversicherung etc.).
  • Spenden an gemeinnützige Institutionen und Vereine sowie Mitgliedsbeiträge und Spenden an politische Parteien im Rahmen der steuerlich zulässigen Höchstsätze.

 

Im Spitzensteuersatzbereich lediglich Zinsvorteile durch Steuerverlagerung

Der gesetzliche Spitzensteuersatz bleibt nach aktueller politischer Lage 2017 unverändert bei 42 % bzw. bei 45 % im Falle der Reichensteuer. Die Reichensteuer greift ab einem zu versteuernden Einkommen von ca. 250.000 € für Ledige bzw. ca. 500.000 € für Verheiratete. Einkommensverlagerungen im Bereich des Spitzensteuersatzes führen zu keiner echten Steuerersparnis, sondern nur zu Zinsvorteilen, die angesichts der derzeitigen Niedrigzinsphase allerdings meist sehr gering ausfallen.

Auf diesen Zinsvorteil zielen steuerverschiebende Maßnahmen ab. Um Steuerverschiebungen handelt es sich, wenn sich Ihr persönlicher (Grenz-)Steuersatz  im Jahr 2017 gegenüber dem Jahr 2016 nicht ändert. Das trifft immer dann zu, wenn sich das zu versteuernde Einkommen p.a. in beiden Jahren bei Ledigen in etwa zwischen 55.000 € und 250.000 € bzw. bei Verheirateten ca. zwischen 110.000 € und 500.000 € bewegt. Bei zu versteuernden Einkommen unter 55.000 € / 110.000 € und nahe 250.000 € / 500.000 € ist stets der Einzelfall zu prüfen.

Die Steuerverschiebung kann bei einem unveränderten (Grenz-)Steuersatz einen Zinsvorteil bringen, weil Sie Ihre Steuer  und die Vorauszahlungsanpassung  und ggf. den Versorgungswerksbeitrag jeweils ein Jahr später zahlen müssen. Die Steuerhöhe an sich bleibt aber gleich. Sofern Sie Ausgaben vorziehen beziehungsweise Einnahmen hinausschieben, müssen Sie immer darauf achten, dass der Zinsverlust durch die Finanzierung einer solchen Maßnahme nicht höher ist als der Zinsgewinn durch die vorgezogene Steuerersparnis.

 

Folgende Maßnahmen sind im Bereich der Einkünfteerzielung (Praxis, Vermietung) zur Steuerveranlagung bzw. Steuerersparnis denkbar:

  • Zeitlich vorgezogene Investitionen in medizinische Geräte, Einrichtungsgegenstände für die  Praxis, in einen Pkw usw. (zeitanteilige Abschreibung).

  • Anschaffung so genannter geringwertiger Wirtschaftsgüter (GWG). Das sind Gegenstände, die ohne Umsatzsteuer bis zu 410,00 € pro Stück kosten. Sie können im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben werden. Anmerkung: Maßgeblich für die steuerliche Abzugsfähigkeit von Investitionen ist das Lieferdatum der Wirtschaftsgüter. Der Zahlungszeitpunkt ist hier unerheblich, er kann also auch in 2017 liegen.

  • Der Abschreibungseffekt für bewegliche Wirtschaftsgüter kann auch vor der Anschaffung durch Bil- dung eines Investitionsabzugsbetrages nach § 7 g EStG erzielt wer- den. Er darf gebildet werden, wenn Ihre Praxis bei Bilanzierung ein Kapital von unter 235.000 € oder bei Einnahmenüberschussrechnung einen Gewinn von unter 100.000 € p. a. aufweist. Sofern Ihre Steuerveranlagung 2015 noch offen ist, kann der  Investitionsabzugsbetrag in 2015 für die zum Ende des Jahres 2016 angeschafften Geräte etc. in Anspruch genommen werden. Wenn Ihre Steuerveranlagung 2015 bereits bestandskräftig abgeschlossen ist und Ihr Praxisgewinn in 2016 voraussichtlich unter 100.000 € liegt, sollten Sie Investitionen erst in 2017 vornehmen. Denn dann können Sie in 2016 anstelle der Abschreibung den höheren Investitionsabzugsbetrag geltend machen (Ausnahme: zu mehr als 10% privat genutzter Pkw).

  • Vorgezogene Erneuerungsaufwendungen für Praxisräume und vermietete Objekte, mit Zahlung in 2016.

  • Anzahlungen bzw. vorgezogene Zahlungen für Hausreparaturen, wenn es sich um Praxisräume oder ein vermietetes Objekt handelt. *)

  • Damnum / Disagio für steuerlich relevante Darlehen (maximal 5 % bei mindestens fünf Jahren Zinsfestschreibung). *)

  • Hinausschieben der Geltendmachung von Honorarforderungen gegenüber Privatpatienten (Zahlungseingang erst 2017). *)

  • Hinausschieben von K(Z)V-Zahlungen u. ä. Da es sich bei den K(Z)V-Zahlungen um regelmäßig wiederkehrende Einnahmen handelt, wird die Zahlung dem neuen Jahr (2017) nur dann zugerechnet, wenn sie nach dem 10.01.2017, also ab Mittwoch, 11.01.2017, bei Ihnen eingeht.

  • Anzahlungen, soweit kein Gestaltungsmissbrauch vorliegt bzw. vorgezogene Zahlungen und vorgezogene Einkäufe für Verbrauchsmaterial, z. B. für Edelmetalle / Labor bei Zahnärzten. *)

  • Vorauszahlungen auf Dauerschuldverhältnisse wie beispielsweise Praxismietvertrag für maximal fünf Jahre.*)

*) Anmerkung: Diese Maßnahmen funktionieren nicht, wenn der Gewinn - ausnahmsweise - durch Vermögensvergleich (Bilanz) ermittelt wird.

 

681px Warnschild Zeichen 101 svgVorsicht Falle bei der Zahlung von Beiträgen zur Basisaltersversorgung (Versorgungswerk, Rürup-Produkte und gesetzliche Rentenversicherung)

Für die steuerliche Berücksichtigung von Beiträgen zur sogenannten Basisaltersversorgung gilt eine gesetzliche Höchstgrenze von jährlich 22.172,00 € bei Ledigen und 44.344,00 € bei Verheirateten.

Durch verschiedene Umstände, z.B. durch Zusammenballung von Nachzahlungen zur Ärzteversorgung und laufender Beitragszahlung zur oder durch Beitragszahlungen zu einem Rürup-Produkt, kann es vorkommen, dass die vorgenannten Grenzen überschritten werden. Die übersteigenden Beiträge sind steuerlich nicht abzugsfähig und sollten deshalb unbedingt vermieden werden.

Falls möglich, gestalten Sie Ihre Beitragszahlungen, z.B. durch teilweise Verlagerung in das nächste Jahr so, dass die o.g. Grenzen eingehalten werden.

Zur Prüfung der Frage, ob Sie die Grenzen eventuell überschreiten und ob und wie das gegebenenfalls vermieden werden kann, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Steueroptimierung durch Vorauszahlung von Beiträgen zur privaten Krankenversicherung

Steuerlich abzugsfähig sind Beiträge zur Basiskranken- und Pflegeversicherung. Darüber hinausgehende, zusätzliche Beiträge zur Krankenversicherung sind ebenso wie Beiträge zu Haftpflicht-, Unfall-, Arbeitslosen- und Berufsunfähigkeitsversicherungen nur abzugsfähig, soweit durch die Basisabsicherung der jährliche Höchstbetrag von 2.800 € bei Selbstständigen bzw. 1.900 € bei Arbeitnehmern noch nicht ausgeschöpft ist.

Konkret bedeutet das:

Zahlt beispielsweise ein lediger Zahnarzt jährlich 3.000 € zu Basiskranken- und Pflegeversicherung und 2.500 € für seine Zusatzabsicherung, sind nur die 3.000 € steuerlich abzugsfähig, weil dadurch der Höchstbetrag von 2.800 € bereits ausgeschöpft ist.

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Durch eine Vorauszahlung (max. 2, 5 Jahresbeiträge) kann die steuerliche Abzugsfähigkeit optimiert werden. Werden wie im Beispiel im Jahr 2016 für die Jahre 2017 und 2018 Beiträge zur Basisabsicherung vorausgezahlt, sind in 2016 die vollen 3 x 3.000 € = 9.000 € abzugsfähig. In den Jahren 2017 und 2018 leistet er keine Beiträge zur Basisabsicherung, weshalb der Höchstbetrag von 2.800 € ungeschmälert zur Verfügung steht. Es sind die tatsächlich gezahlten Beiträge in Höhe von 2.500 €, max. 2.800 € abzugsfähig. Im Ergebnis sind so insgesamt 3 x 3.000 € + 2 x 2.500 € = 14.000 € steuerlich berücksichtigungsfähig statt nur 9.000 €. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 % entspricht dies einer Steuerersparnis von 2.100 €.

201620172018

Bitte beachten Sie, dass für die Leistung von Vorauszahlungen zur privaten Krankenversicherung die Zustimmung der Versicherungsgesellschaft eingeholt werden muss.

Erkundigen Sie sich deshalb vorher bei Ihrer Krankenkasse über die Bedingungen (Rabatte, Rückerstattung bei Tod) für eventuelle Vorauszahlungen.

 

Nur wirtschaftlich Sinnvolles machen

Grundsätzlich gilt für jede Maßnahme, dass sie wirtschaftlich sinnvoll sein muss. Insbesondere Investitionen zur Steuereinsparung sollten wohlüberlegt und sorgfältig geprüft werden. Der Steuerspareffekt (ohne Kirchensteuer) beträgt maximal rund 44,3 % (Reichensteuer: rd. 47,5 %). Den Rest bezahlen immer Sie.

 

Empfehlungen zum Zahlungsverkehr

Im  Rahmen der  Gewinnermittlung  nach § 4 Abs. 3 EStG  besteht  bei Zahlungen um den Jahreswechsel oft das Problem der richtigen Zuordnung. Veranlassen Sie daher Ihre Überweisungen so rechtzeitig, dass anhand der Kontoauszüge ersichtlich ist, dass sie noch in 2016 erfolgt  sind.

 

Wertpapierverluste

Bankkunden, die dieses Jahr Wertpapiere mit Verlust verkauft haben, merken sich bitte den 15. Dezember vor. Wollen Sie diese Verluste in diesem Jahr mit Kapitalerträgen bei anderen Geldinstituten beim Finanzamt über die Steuererklärung verrechnen lassen, müssen Sie bis dahin eine Verlustbescheinigung bei Ihrer Bank beantragen.

Sie stellen den Antrag bei der Bank, bei der die Verluste angefallen sind, und geben die entsprechende Bescheinigung an uns. Wir setzen dann den bescheinigten Verlust in Ihrer Steuererklärung für 2016 an.

 

AufbewahrungsfristenFotolia 8337297 Subscription XXL

Die nachfolgend genannten Unterlagen und Dokumente können Sie in der Regel mit Ablauf des 31.12.2016 vernichten:

 

-       Bücher und Aufzeichnungen

letzte Eintragung 2006 oder früher

-       Inventare (Anlageverzeichnisse)

-       Jahresabschlüsse

Aufstellung 2006 oder früher, dies sind in der Regel die Jahresabschlüsse für 2005 und früher

-       Buchungsbelege, z.B. Ein- / Ausgangsrechnungen, Quittungen, Reisekostenabrechnungen, Kontoauszüge

-       Buchhaltungsdaten der betrieblichen EDV

aus 2006 oder früher

-       Empfangener geschäftlicher Schriftverkehr

-       Kopien versandten geschäftlichen Schriftverkehrs

Empfang bzw. Versand im Jahr 2010 oder früher

-       Sonstige, für die Besteuerung Bedeutsame Unterlagen, z.B. Lohnunterlagen

Erstellung im Jahr 2010 oder früher

 

Bitte beachten Sie:

Es besteht Aufbewahrungpflicht über den 31.12.2016 hinaus, wenn zu diesem Zeitpunkt

  • eine Außenprüfung für 2006 oder früher noch nicht abgeschlossen ist,
  • ein Rechtsbehelfsverfahren (Einspruch, Klage) für 2006 oder früher noch läuft oder 
  • die Steuererklärung (2005) verspätet abgegeben wurde.

Bitte bewahren Sie die Unterlagen in diesen Fällen bis zum Abschluss des Verfahrens bzw. bis zum Ablauf von 10 Jahren nach Abgabe der Steuererklärung auf.

 

Standort Würzburg - Beethovenstr. 1a, 97080 Würzburg

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Standort Volkach - In den Böden 1, 97332 Volkach

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